Komplexität der Kommunikation

29.11.2021

Komplexität der Kommunikation


„Man kann nicht nicht kommunizieren“ lautet ein berühmter Satz des Philosophen und Psychoanalytikers Paul Watzlawick. Und er hat recht. Auch wenn wir nicht sprechen, senden wir durch unsere Körperhaltung, unseren Gang, unseren Gesichtsausdruck etc. Signale aus und kommunizieren somit nonverbal. Andere Menschen interpretieren dies und beziehen diese Botschaften auf sich – möglicherweise völlig zu Unrecht.

Verschränkte Arme bedeuten nicht immer Ablehnung, ein grimmiger Gesichtsausdruck muss nicht im Kontext zu dem Gegenüber stehen. Insgesamt gibt es übrigens sogar vier Arten, zu senden, und vier Arten, zu hören. Diese sind kategorisiert in Sachinhalte, Beziehungsinhalte, Senden bzw. Hören auf Appell und die Selbstoffenbarung. Im aktuellen „Latte Macchiato mit Schuss“ des Podcasts „shipLeader – führen mit Herz“ thematisiert das Berater-Ehepaar Peter und Petra Becker mit Aleko Vangelis die Schwierigkeiten, die Beziehungsinhalte mit sich bringen.

Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. Ersterer handelt von Fakten und ist daher eher unkritisch. Letzterer kann schon einmal zu Irritationen führen. Denn die Art, wie ich einen Inhalt aufnehme, hat mit mir selbst zu tun und damit, wie ich den anderen sehe. Entsteht eine Unsicherheit, die dazu verleiten könnte, das Gesagte negativ zu interpretieren, gibt es allerdings verschiedene sehr wertvolle Werkzeuge, die Situation positiv aufzulösen.

Spannend ist auch das Senden und Hören auf Appell. Denn die simple Frage „Weißt du, wo mein Schlüssel ist?“ impliziert nicht unbedingt eine Handlungsaufforderung. Viele Menschen würden sich jedoch verleitet fühlen, unmittelbar auf die Suche nach dem Schlüssel zu gehen. In einem Unternehmen kann ein solches Verhalten zur Konsequenz haben, dass ich als Führungskraft zwar als sehr hilfsbereit gelte, meine Mitarbeiter jedoch nicht in die Verantwortung bringe, Probleme selbst zu lösen und daran zu wachsen. Auch die Rolle der Selbstoffenbarung im Kontext der Kommunikation ist ein komplexer Bereich, der viel mit einem selbst und dem eigenen Wert zu tun hat.

Außerdem spielen Ich- und Du-Botschaften in der Kommunikation eine zentrale Rolle. Diese zwei Herangehensweisen, eine Botschaft zu formulieren, haben ganz unterschiedliche Auswirkungen auf den Empfänger. Daher lohnt sich eine Auseinandersetzung mit dem Thema für alle Situationen im Leben, um mit einer gewissen Sensibilität mit Ich- und Du-Botschaften umgehen zu können.

Berichtet uns gerne über eure Erfahrungen mit den unterschiedlichen Facetten von Kommunikation. Wie sind eure Erfahrungen mit Ich- und Du-Botschaften? Wie ist eure Wahrnehmung in Sachen nonverbaler Kommunikation? Schreibt uns an mail@fuehrenmitherz.de oder postet auf unserem „führen mit Herz“-Kanal auf LinkedIn.

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